Entdecken Sie die Künstler*innen hinter den Werken der Ausstellung "Animal Artlife"

Jörg Mazur

Der Oberhausener Bildhauer Jörg Mazur verbindet in seinem Werk schwere Materialien und voluminöse Formen mit überraschender Leichtigkeit – ein Spannungsprinzip, das auch seine ausgeprägte Affinität zu Tieren prägt. 

Bekannt wurde er unter anderem durch monumentale Skulpturen wie die schwebende Bronze-Elefantin vor dem LVR-Industriemuseum Oberhausen sowie durch Arbeiten mit starkem ökologischem und gesellschaftlichem Bezug. Tiere wie Wale, Gorillas oder Affen stehen im Zentrum seines Œuvres und verweisen auf Themen wie Evolution, Umweltzerstörung und Verantwortung des Menschen.

In der Ausstellung zeigt Mazur unter anderem humorvolle wie nachdenkliche Arbeiten aus seinem „Monkey-Man“-Zyklus und bunte Dekalkomanien. Seine Kunst lädt dazu ein, tierische Motive als Spiegel menschlichen Handelns neu zu betrachten.

Kunstwerk von Jörg Mazur
Die fabelhafte Tafel © Jörg Mazur
Kunstwerk von Michael Holtschulte
Sissi von Streif © Michael Holtschulte

Michael Holtschulte

Michael Holtschulte zählt zu den renommiertesten Cartoonisten Deutschlands und ist bekannt für seinen schwarzen Humor sowie zahlreiche Publikationen und Auszeichnungen.

In der Ausstellung zeigt er mit der Serie „MiJo“ eine überraschend spielerische Seite seines Werks: Entstanden sind die Bilder in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Jona, der die Skizzen lieferte und damit die kreative Richtung vorgab. Holtschulte setzte die Zeichnungen digital um und schuf so farbintensive „Hybrid-Originale“, in denen kindliche Fantasie und professionelle Pop-Art-Ästhetik verschmelzen.

Die humorvollen Tier-Fantasiewesen laden dazu ein, Kunst und Welt mit unbeschwertem, kindlichem Blick neu zu entdecken. Die Serie versteht sich zugleich als Herzensprojekt und generationsübergreifendes Plädoyer für Freiheit und Authentizität in der Kunst.

Wolfgang Kleinöder

Wolfgang Kleinöder ist ein vielseitiger Künstler, der sich souverän zwischen visueller Poesie, Malerei, Objektkunst und Fotografie bewegt und tief in der regionalen Kunstszene verwurzelt ist.

Seine langjährige Lehrtätigkeit im Bereich Druck und Medien am Berufskolleg für Hörgeschädigte in Essen prägte sein Interesse an nonverbaler Kommunikation und der Visualisierung von Sprache. In seinen Arbeiten entwickelt er neue „Seh- und Lesarten“, indem er Wörter, Texte und Gebärden spielerisch, poetisch oder gesellschaftskritisch in visuelle Kontexte überführt.

Für „Animal Artlife“ kommentiert Kleinöder mit einer Installation aus mehreren Krähenattrappen und dem Warnhinweis „Achtung Kunst“ augenzwinkernd den Kunstbetrieb. In Anlehnung an Klaus Staecks „Vorsicht Kunst“ stellt er die Frage nach der verstörenden und aufrüttelnden Kraft zeitgenössischer Kunst.

ACHTUNG KUNST – Installation aus VogelSchreckKrähen © Wolfgang Kleinöder
Kunstwerk von Pia Bohr
Birdy 2 © Pia Bohr

Pia Bohr

Die Dortmunder Bildhauerin Pia Bohr verbindet in ihren Plastiken die organische Abstraktion Hans Arps mit der existenziellen Körperlichkeit Francis Bacons zu einer eigenständigen Formensprache.

In der Ausstellung zeigt sie unter anderem die Holzskulptur „Francis“, deren biomorphe Formen bewusst zwischen menschlichen und tierischen Assoziationen oszillieren. Ergänzt wird der Beitrag durch eine 2024 entstandene Bronzevariante sowie die bewegliche, stark verfremdete Vogelskulptur „Birdy“.

Nach einer jahrzehntelangen Karriere als Sängerin der Band Phillip Boa and the Voodooclub widmet sich Bohr seit 2013 ganz der Bildhauerei, die sie als organische Fortsetzung ihrer musikalischen Arbeit versteht. In ihren Arbeiten reflektiert sie zugleich kritisch die emotionale Wirkung und ethische Dimension von Tierdarstellungen in der Kunst.

Herbert Siemandel-Feldmann

Eine Reise nach Namibia wurde für Herbert Siemandel-Feldmann 2007 zum künstlerischen Erweckungserlebnis und lieferte die Grundlage für sein bis heute prägendes Tierwerk. 

Aus Skizzen und Fotografien, entstanden im Etosha-Nationalpark und ergänzt durch Atelierarbeit, entwickelte der Künstler altmeisterlich anmutende Kohlezeichnungen von beeindruckender Präzision und Ausdruckskraft. Dabei geht es ihm nicht um bloße technische Virtuosität, sondern um das authentische Erfassen von Wesen und Charakter der Tiere aus der freien Wildbahn.

In der Ausstellung zeigt er unter anderem Werke aus der Serie „50 Elefanten“, die auf die fortdauernde Wilderei aufmerksam macht und mit Spenden an den NABU Rangerfonds verbunden ist. Ergänzt wird die Schau durch eindringliche Gorilla-Porträts, die den Betrachter durch ihre emotionale Nähe unmittelbar in den Blick nehmen.

Kunstwerk von Herbert Siemandel-Feldmann
Gorilla 3 © Herbert Siemandel-Feldmann
Ruhrpottzicke © Iris Schnaitmann

Iris Schnaitmann

Iris Schnaitmann versteht Tiere als Spiegel menschlicher Existenz und rückt sie in ihrem künstlerischen Werk weit über bloße Abbildhaftigkeit hinaus. In der Ausstellung zeigt sie reduzierte Skulpturen aus Ton und Gips, deren klare Formen vom Stier bis zum Pinguin reichen und die Beziehung zwischen Mensch und Tier reflektieren. Die Nähe zur Natur und zu Tieren prägt ihr Schaffen seit der Kindheit und bildet eine emotionale wie inhaltliche Grundlage ihrer Arbeit. Ihre Kunst zielt auf das Wesentliche und verbindet formale Klarheit mit existenzieller Tiefe.

Claudia Gaede

Schlankheit, Eleganz und Dynamik prägen die Malerei von Claudia Gaede, deren tanzend anmutende Darstellungen spanischer Windhunde (Galgos) in der Ausstellung „Animal Artlife“ zu sehen sind. Mit viel Weißraum und reduzierter Farbpalette lenkt sie den Blick konsequent auf Bewegung, Energie und Grazie der Tiere – festgehalten in Öl, Acryl und Mischtechniken.

Tiere sind für Gaede nicht nur künstlerische Motive, sondern lebenslange Begleiter, was durch ihr Biologiestudium und ihre langjährige Erfahrung mit Windhunden fachlich fundiert ist. Ihre Kunst verbindet naturwissenschaftliches Wissen, malerische Meisterschaft und Empathie zu einer eigenständigen Position jenseits bloßer Tierporträts. So entstehen Bilder, die nicht Abbild, sondern verdichteter Ausdruck von Charakter und Lebendigkeit sind.

Die Einnahmen der Galgo-Werke werden von der Künstlerin an Equiwent gespendet.

Kunstwerk von Claudia Gaede
Tormenta II © Claudia Gaede
i care because you do © Jim Avignon

Jim Avignon

Jim Avignon, Vorzeigefigur der deutschen Pop Art und prägende Persönlichkeit der Berliner Techno-Szene der Nachwendezeit, steht für ein ebenso vielseitiges wie unkonventionelles künstlerisches Werk. Seit seinem Umzug nach Berlin 1989 verbindet er Malerei, Musik und Performance und sorgte unter anderem mit der Übermalung seines eigenen Beitrags an der East Side Gallery 2013 international für Aufmerksamkeit. Seine markante, comicartige Bildsprache wird der Pop Art und Street Art zugeordnet und steht – ähnlich wie bei Keith Haring – im Zeichen der Demokratisierung von Kunst.

In der Ausstellung zeigt Avignon eine spielerisch-private Seite, in der Tiere als Spiegel menschlicher Eigenschaften fungieren. Die präsentierten Werke sind das farbenfrohe Gute-Laune-Bild „Party Animals“ und das analytische Porträt der Avantgarde-Sängerin Little Annie.

Ab dem 30.04.2026 ist Jim Avignon mit seiner Einzelausstellung „long story short“ zu Gast in unserer Galerie.

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